Fulda - Anno 2010. …
Eine bunt gemischte Truppe von Labbis, Labbimixen, Goldenmixen, Kurzhaarcollie, einem immer
stehenden Dalmatinermädchen, zwei Schnauzern (einem mittleren und einem Riesen) und zwei
Schäfern trafen sich in Fulda.
Donnerstag, 13.05.2010 - 18:30
Die Seminarteilnehmer setzen sich zu einer ausführlichen Vorstellungsrunde zusammen. Dies
wird schriftlich festgehalten, da man überein kommt, dass diese Notizen an die am Seminar
teilnehmenden Referenten verteilt werden, um den Referierenden ein gutes Bild von den
Teilnehmenden zu vermitteln und nicht bei jedem Referenten wertvolle Zeit zu vergeuden. Wir wissen
ja, es gibt solche und solche vortragenden Vorstellungen:-)
Freitag, 14.05.2010 - 9:30
Da wir im Seminarraum das Mittag zu uns nehmen wollen, sind wir vorab die Speisekarte durchgegangen und unsere Essenswünsche gesammelt.
Dann begann Manuela van Schewing mit ihrem Vortrag zu dem Thema "Der Hund, Sozialpartner oder
Raubtier?" Ein gut dargestellter und erklärter Vortrag mit angeregter Diskussion und Darstellung
unsererseits.
Am Nachmittag wurden zwei Gruppen gebildet und man trennte sich. Eine Gruppe ging mit Manuela raus zum Freilauf und die andere Gruppe verblieb im Seminarraum mit einer Gespannprüferin.
Nach einer Zeit wurden die Gruppen gewechselt. Manuela hatte es mit zwei ganz unterschiedlichen
Gruppen von Hunden zu tun. War die erste aktiv, explosiv und dynamisch, so zeigte sich die zweite eher als ein gelangweilter undynamischer Haufen von Eigenbrödlern. Ihre Fantasie war gefragt und sie begann mit
Vertrauensübungen und Unterordnungsdingen. Stellenweise war sie schon sehr verblüfft über so manche
verstockten Handlungen der Halter. Hab Nachsicht mit diesen, liebe Manuela, bei den Haltern geht so viel im Koppe herum, dass es nicht sooo leicht ist, sich so zu zeigen, wie man sich sonst so mit seinem Hund verhält. Auch die Aufregung und das nicht wissen, was nun der Hund so macht, ist sehr groß bei einigen gewesen und
dann wirkt man halt eher verkrampft und steif.
Ich bin mir ganz sicher, dass alle deine Anregungen, Impulse, Ideen und Ratschläge mit nach
Hause genommen haben und sie verinnerlichen. Da du ja schon einmal vor zwei Jahren in Fulda warst,
bin ich mir auch sicher, dass du nochmals die Gelegenheit haben wirst, dies zu überprüfen:-)
Auch die Gruppe mit der Gespannprüferin war sehr interessant. Die Fehlersuche war gut und vor allem
war es sehr informativ, über die diversen Trickserein der Kassen und der Schulen zu erfahren.
Samstag, 15.05.2010 - 9:45
Am Vormittag hörten wir den interessanten Vortrag einer Hunde-Physiotherapeutin.
Nachmittags wurden erneut die Gruppen aufgeteilt und es wurden von der Physiotherapeutin und einem Kollegen praktische Übungen und Griffe gezeigt und an den Hunden ausprobiert. Anfängliche leichte Unsicherheiten bei den Referenten lösten sich auf und sie hatten wohl gemerkt, dass weder wir, noch unsere Hunde beißen:-) Und sie haben gewiß auch leider feststellen müssen, wie - egal wie alt sie auch
waren - unsere Hunde schon mit Verspannungen und Blokaden zu kämpfen haben.
Die beiden Therapeuten erweckten in uns das Bild der Bewegungen unserer Hunde und sorgten im
praktischen Teil sehr ausführlich dafür, dass wir in Zukunft mehr mit unseren vierbeinigen Partnern
am Boden haften:-) Ein beiderseitiges Wohlgefühl, dass auch einer Verbesserung in Sachen Bindung zu unseren Hunden steigert und fördert.
Sonntag, 16.05.2010 - 10 Uhr
Es wurde zunächst über den Verlauf der Jahreshauptversammlung des Vereins gesprochen. Als dann endlich die Sonne ein wenig schien, lockte uns unsere Vereinsfotografin Tina raus, um Fotos zu machen.
Anschließend kam die Abschlußrunde in Form von Feedbackmeldungen und Vorschlägen für das nächste
Jahr. Wir haben ein großes Ziel.. auf das es gelingt!
Randbemerkung einer Neuen:
Das Essen ist in viellerlei Hinsicht: deftig:-) Frühstück mit Büffet, Tische waren für uns zwar schon
vorbereitet mit einigen Dingen, aber man sollte sich auf jeden Fall noch zusätzlich beraten
lassen, was es sonst noch so alles am Büffet gibt.
Aufmerksames, freundliches Personal, dass aber keineswegs betüdelnd ist. Man merkt, dass hier
wohl eher die auf Selbstständigkeit wert legenden Blindfische zu Gast sind, denn man wird nicht
einfach so mal eben am Ärmel gepackt und irgendwo hingebracht, somit also die Orientierung verliert.
Nein, nicht eingreifend oder gar behütend, sondern eher dazu geneigt, dass man als Blinder gefördert
wird in Sachen Hilfe erbitten.
Ratlose rumstehende Blinde werden gern so nebenbei informiert. Jedoch ohne dass uns oft
wiederfahrende Anfassen oder das der Orientierung nicht dienliche Abschleppen zum Zielort.
Und man steht anfangs sehr oft rum und stellt auch mal seinen Hund in Frage, da das Haus nicht gerade
orientierungsfreundlich ist. Einige Gruppen sind auch aus diesem Grunde dort wieder abgewandert.
Ein spezieller und besonders herzlicher Dank geht an unsere sehenden Begleiter, die mit Freude, Elan
und einer Selbstverständlichkeit stets geholfen haben, ihr wart und seit Spitze!!
Ein ganz lieben Dank dafür.
Wieder ein Seminar, dass nicht erfüllt war mit Konkurrenzdenken oder Kämpfen, kein Niedermachen
der Gespanne oder gar deren Schulen. Aber immer wieder die Einsicht auf Dringlichkeit
einer hohen Aufklärung der angehenden Führhundhalter und fehlender Sachkenntnis.
Wodurch die Zielsetzung des Vereins Lichtblicke immer klarer und deutlicher wurde:
Qualität schaffen - Qualität erhalten - durch die Entstehung und zwar, der zeitnahen Entstehung des
Berufsbildes: Führhundausbilder! _UND_ die deutliche Aufklärung der Führhundhalter, wobei die "alten" PC losen Hasen nicht in Vergessenheit geraten dürfen!!
Herzlichen Dank, dass ich teilnehmen durfte und konnte!
Eine Neue,
Kathrin Backhaus aus Berlin